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Pferd und Reiter unterwegs

Tag: Appaloosa

Die Western Pferderassen

Wenn ihr auf www.equimania.de nachschaut, könnt ihr bald auch die  Westernpferde-Rassen noch im Einzelporträt erleben, hier jedoch erstmal eine Übersicht über sämtliche Pferderassen aus der “Neuen Welt” des Nordamerikanischen Kontinents.

Vorausgeschickt muss werden, dass sich jede der amerikanischen Pferderassen aus europäischen Pferden entwickelte.

Der Mustang ist so etwas wie die Urpferderasse des amerikanischen Kontinents. Der Name Mustang stammt aus dem Spanischen und kommt vom Wort “mestena“, was soviel bedeutet wie Pferdeherde. Die Stammtiere der Mustangs sind verwilderte Pferde der spanischen Konquistadoren, die ab dem 16. Jahrhundert ins Land kamen. Auf sich gestellt entwickelten die Tiere eine große Robustheit, so dass sie vom Aussehen kaum noch an die europäischen, schweren Rassen dieser Zeit erinnern. Selbstverständlich erkoren sowohl Indianer als auch später die Cowboys, Viehtreiber und Farmer, diese Rasse als ihr Reitpferd aus.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in den USA noch etwa eine Million Mustangs. 1970 hatte sich die Zahl katastrophal reduziert: Die Tiere wurden mit Hubschraubern zusammengetrieben und abgeschossen, um sie zu billigem Hundefutter zu verarbeiten. Heute stehen Mustangs zum Glück unter Naturschutz.

Auch werden nun mit Mustangs andere Pferderassen gezüchtet, indem man sie mit anderen Pferden kreuzt. So entstanden etwa das Cayuse Indian Pony und das Rocky Mountain Pony.

Die Appaloosas waren früher das Indianerpferd schlechthin. Berühmt sind sie durch ihre gefleckte Zeichnung. Diese bedeckt manchmal nur den hinteren Teil des Pferderückens, manchmal den gesamten Körper.

Der Name Appaloosa geht auf die Nez Perce Indianer zurück, die am Palouse River im Nordwesten Amerikas siedelten. Das Palouse Horse oder Palousy wurde dort, in den heutigen Staaten Idaho, Washington und Oregon, ab dem 18. Jahrhundert gezüchtet.

Dann kamen jedoch die weißen Soldaten und begannen die Indianer systematisch auszurotten. Im Jahre 1877 töteten sie während eines sechs Tage dauernden Kampfes die meisten Nez Perce Indianer und auch zahlreiche ihrer Pferde. Die Handvoll Pferde, die übrig blieb, riss sich das Militär unter den Nagel. Der Appaloosa wäre wohl verschwunden, hätte nicht im Jahre 1930 der Rancher Claude J. Thompson aus Oregon die Idee gehabt, nach den verbliebenen Appaloosas zu suchen und die Rasse neu zu begründen. Der Mann gründete mit 38 Appaloosas den “Appaloosa Club“, 1950 wurde die Rasse offiziell anerkannt. Die Farbgebungen können die Varianten Decken-Bunt, Marmor-Bunt, Leopard-Bunt, Schneeflocken-Bunt, Schabrack-Bunt und Schneeflocken-Schabrack-Bunt beinhalten. In der Neuzeit werden auch oft Quarter Horses in die Rasse eingekreuzt. Nach Deutschland kam der Appaloosa in den 70er Jahren.

Auch Vorfahren des Quarter Horse kamen mit den spanischen Eroberern ins Land. Diese wurden mit Vollblütern gekreuzt. So entstand die älteste und auch berühmteste Rasse der Neuen Welt. Heute bewundert man die Tiere in allen Westernsport-Disziplinen. Vor allem erlangten sie jedoch in der Western-Dressur, dem Reining, einer Disziplin der Reit-Weltmeisterschaften, Bedeutung.

Quarter Horses vereinen Araber-, Berber- und Blut der spanischen Rassen. Die Tiere wurden sowohl zu Indianerpferden (vor allem der Chikasaw) als auch zu beliebten Pferden der Siedler aufgrund ihrer Schnelligkeit und unglaublichen Ausdauer. Außerdem waren sie zur Farmarbeit bestens geeignet, mehr als die schwer zu zähmenden Mustangs.

1665 wurde das Quarter Horse bereits als Rasse anerkannt. Die vorwiegend Braunen wurden dann auch bald für eine ganz besondere Herausforderung entdeckt, dem Rennen über die Viertelmeile, von dem sie ihren Namen erhielten. Dafür wurden ach immer mehr Englische Vollblüter eingekreuzt um die Tiere schneller zu machen. So wurde das Quarter Horse für die Cowboys zum besten Pferd für alle Zwecke, vom Rennen bis zur Arbeit mit Rindern, hier wurde ihr “cow sense” zum geflügelten Wort. 1940 entstand in Fort Worth, Texas, die American Quarter Horse Association.

Mehr zur Rasse fand ich hier:

Pintos sind, man möchte es kaum glauben eine der ältesten Pferderassen der Welt. Bereits auf ägyptischen Wandmalereien in Pharaonengräbern, bei den Chinesen von Peking bis in den Himalaja findet man Beweise für gescheckte Pferde. Und im europäischen Mittelalter erlangten sie als Kriegs- und Ritterpferde außerordentliche Beliebtheit.

Mit den Spaniern landeten sie in Amerika. Spanisch ist dann auch der Ausdruck Pinto, der von “dipinto“, farbig, abgeleitet ist. Es gibt verschiedene Zuchtbücher, die von einfachen Schecken über reinblütige Pintos bis hin zu reinrassigen Farbvererbern reichen. Die typischen Farbgebungen sind Tobiano (weiße Grundfarbe) nid Overo (braune Grundfarbe). Seit 1963 ist der Pinto als Rasse offiziell anerkannt. Eine weitere Bezeichnung für die Pferde ist “Paint Horse“, das bemalte Pferd. Bei Astrid fand ich auch eine kurze Rassebeschreibung.

 Großartige Fotos von Paints gibt es hier.

 Dass der Palomino eine eigene Rasse ist, entspricht nicht ganz der Wahrheit.

Eigentlich handelt es sich um ein isabell (also creme) farbenes Pferd. Benannt ist die Farbgebung Isabell nach der spanischen Königin Isabella von Kastilien. Offiziell entstanden und erstmals gezüchtet worden ist die Rasse in Spanien. Doch die allererste Erwähnung der cremefarbenen Tiere fand viel früher statt: Sie waren bereits zur Zeit der Qin-Dynastie (221-206 v. Chr.) am chinesischen Kaiserhof zu finden. Über Spanien kamen sie nach Amerika, wo erst 1936 die American Palomino Association gegründet wurde. Heute findet man Palominos auch sehr oft als leistungsstarke und besonders schöne Westernpferde beim Turnier und nicht nur bei Shows. Der Name Palomino geht übrigens auf den spanischen Adligen Don Juan de Palomino zurück, der eines der Tiere von Hernando Cortez in der Neuen Welt geschenkt bekam.

 

 

 

Auch die Fellfarbe Palomino ist offiziell anerkannt.

 

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