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Pferd und Reiter unterwegs

Der Westernsattel

Westernreiten - schon dieser Begriff erweckt in fast jedem Reiter hierzulande ein Gefühl von Freiheit, von dem großen Land USA, von endlosen Galoppstrecken und romantischen Sonnenuntergängen in der Prärie.

Klar, das ist das verklärte Bild von Cowboy-Romantik.
Doch Westernreiten an sich ist ein faszinierender Sport, der zwar ebenso harte Arbeit bedeutet, wie die Viehtriebe der Cowboys, doch auch unheimlich viel Spaß bringt, wenn man diese Art des Reitens erst einmal beherrscht.

Hier gibt´s Grundlegendes zum Westernreiten, angefangen mit der Ausrüstung für Pferd und Reiter. Erstes Thema: Der Westernsattel.

Der Westernsattel ist viel größer, aber auch viel bequemer als der klassisch englische Sattel. Ursprünglich wurde er nach den Sätteln der spanischen Konquistadoren konzipiert und sollte vor allem für die langen Trecks im Sattel, welche die ersten Siedler und später die Cowboys hinter sich zu bringen hatten, geeignet sein.

Heute unterscheidet man drei Arten von Westernsätteln: den Schausattel, den Arbeitssattel und den Cuttingsattel.

Der Schausattel wird für Turniere, besonders zum Reining, benutzt und hat eine tiefe Sitzfläche, sowie ein kleines Sattelhorn, das den Reiter nicht behindern soll.

Dies ist beim Arbeitssattel anders. Hier ist das Horn groß und stabil, da daran vor allem früher, immer wieder einmal ein Lasso befestigt werden musste, um ein Kalb einzufangen.

Auch für den Arbeitssattel ist eine tiefe, weiche Sitzfläche charakteristisch, in welcher der Reiter genug Bewegungsfreiheit hat und sich wohl fühlt. Im Arbeitssattel mussten früher viele Stunden verbracht werden. Deshalb ist die Sitzfläche auch mit weichem Kalbsleder überzogen.

Der Cuttingsattel ist speziell für die Arbeit mit Rindern konzipiert. Er hat ein sehr hohes Horn und einen flachen Sitz, der dem Reiter besonders viel Bewegungsfreiheit belässt.

Das Horn des Cuttingsattels, das ja ganz besonders stabil sein muss, um ein Rind daran festzumachen, besitzt einen Metallkern, der mit Lederschichten überzogen ist.

Auch die Steigbügel der Westensättel sind sehr bequem und stabil gebaut. Früher waren sie auch vorne geschlossen, später nahm man davon Abstand.

Die Steigbügel sind - wie der gesamte Westernsattel - prächtig verziert, oft mit Beschlägen oder Silbermünzen, und auch in das Leder selbst sind Verzierungen eingearbeitet worden.

Der Bereich, auf dem Sitzfläche, Vorder- und Hinterzwiesel aufliegen, nennt man “Skirt”. Diese ist oft reich verziert, früher diente sie den Cowboys bei Trecks zur Befestigung ihres Gepäcks.

Für den Sattelbaum werden meistens die Maße eines durchschnittlichen Quarter Horses verwendet, aber es gibt auch andere Formate. Doch deshalb wird der normale Sattelbaum eines Westernsattels häufig als Quarter Horse Tree bezeichnet.

Die Lederblätter über den Steigbügeln nennt man “Fender”. Sie liegen über dem eigentlichen Steigbügelriemen und verhindern, dass der Reiter sich an diesem wund reiben kann, was bei langen Trecks durchaus passierte.

Die Qualität eines Westernsattels hängt ob allem von seiner Verarbeitung, dem verwendeten Leder und ähnlichen Qualitätsmerkmalen ab, die auch für einen klassisch englischen Sattel gelten.

Allerdings sind Westernsättel im Durchschnitt viel teurer als “normale” Sättel. Billige Westernsättel gibt es zwar schon für um die 300 - 500 €, aber wirklich gute Reiningsättel können von 1000 bis 3000 € (Profisattel) kosten. Nach oben hin sind die Grenzen natürlich ohnehin offen.

Wissenswertes zur Herstellung von Westernsätteln fand ich hier.

Wichtig beim Kauf eines Westernsattels ist die perfekte Passform, also unbedingt vor dem Kauf ausprobieren! Außerdem muss darauf geachtet werden, dass viele Größenangaben bei Westernsätteln in Zoll gemacht werden.

Über den Kauf eines Westernsattels wird hier berichtet.

Außerdem fand ich einen interessanten Bericht auf Englisch.

 

Unter dem Westernsattel sollte unbedingt ein “Pad”, eine dicke Westerndecke, gelegt werden. Diese Pads sind dicker als normale Satteldecken und federn den Druck des Sattels auf den Pferderücken besser ab. Pads können aus Wolle oder Kunstfaser sein, innen haben sie meist eine Schaffell oder Filzfütterung.

Es gibt mittlerweile auch Gelpads oder orthopädisch angepasste Pads, wie bei den klassisch englischen Satteldecken.

Auch hier gibt es Informationen zum Thema Westernsattel:
http://www.reiten.biz/westernreiten/Westernreiten/

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