Die Disziplinen beim Westernreiten: Reining - Die Westerndressur
Das Reining ist wohl die bekannteste aller Westerndisziplinen. Kein Wunder, ist sie doch die Disziplin, die auch bei den Weltreiterspielen ihren Platz gefunden hat und 2006 in Aachen große Beliebtheit erlangte. Viele Menschen waren schlicht begeistert von dem, was Reiter und Pferd in perfektem Zusammenspiel zeigten.
Dominierend sind in dieser Disziplin die Amerikaner und Kanadier. Doch Europa holt auf. So konnte Italien die Weltmeisterschaft 2008 gewinnen. Deutschland erreichte Bronze, was eine sensationelle Leistung war.
Das Reining wird auch als Westerndressur bezeichnet. Und nichts anderes ist diese Prüfung. Eine Dressuraufgabe mit vorgeschriebenen Elementen im Westernstil.
1966 wurde in den USA die Reining-Horse-Association gegründet, die seitdem die Regeln für die Prüfungen festlegt.
“Rein” heißt übrigens “Zügel”. In dieser Prüfung geht es allerdings vor allem darum, die Pferde mit möglichst wenig Zügeleinfluss durch die Aufgaben zu dirigieren. Der Zügel muss immer durchhängen, sonst gibt es deutliche Abzüge.
Im Reining muss ein Pferd perfekt mit dem Reiter harmonieren. Es gibt schon Abzüge für leichten Ungehorsam, wie Kopf- oder Schweifschlagen, was in anderen Disziplinen kaum beachtet würde.
Die Teile der Reining-Prüfung stammen aus der klassischen Rinderarbeit amerikanischer Cowboys. Sie alle wurden beim Einfangen und Treiben der Rinder benötigt. Reining-Prüfungen gibt es in verschiedenen “Pattern”, also Mustern.
Diese einzelnen Aufgaben werden von der Reining Association festgelegt.
Als Beispiel Pattern 7:
- Pferd und Reiter müssen in der Mitte der Bahn angaloppieren, bis zum Ende der Bahn galoppieren und dann einen Rollback (Wendung) nach links zeigen, durch die ganze Bahn zurückgaloppieren und einen weiteren Rollback zeigen, diesmal nach rechts.
- Dann geht es zurück in die Mitte der Bahn, wo die spektakulärste Aufgabe beim Reining gezeigt wird: Der Sliding Stop. Eine Vollbremsung auf der Hinterhand des Pferdes, die oft eine meterlange Bremsspur hinterlässt. Aus dem Sliding Stop wird wieder zur Mitte der Bahn hin rückwärts gerichtet. Danach muss der Reiter Anhalten und einige Sekunden mit dem Pferd bewegungslos da stehen.
- Darauf folgen die Spins, also Drehungen auf der Hinterhand (sozusagen extrem beschleunigte Pirouetten), erst nach rechts, dann nach links. Danach muss das Pferd wieder ruhig stehen.
- Es folgt das Angaloppieren im Rechtsgalopp. Der Reiter muss vier Zirkel reiten, zwei weitere in hohem Tempo, zwei engere in niedrigerem Tempo.
- Bei X findet ein fliegender Galoppwechsel statt.
- Danach reitet der Teilnehmer auf dem linken Zirkel, beendet ihn aber nicht, sondern zeigt am Ende der Bahn einen weiteren Sliding Stop.
- Danach stellt er sich vor dem Richter auf.
Eine echte Dressurprüfung also, mit all den Schwierigkeiten, und zum Teil auch ähnlichen Anforderungen, wie eine klassische Dressur. Dadurch zeigt sich, dass Dressur zur Grundausbildung jedes Pferdes gehört und doch bei allen kleinen Unterschieden überall auf der Welt eine gemeinsame Sprache spricht.
Jede kleine Abweichung von der exakten Ausführung der Figuren ist ein Fehler und bringt Abzüge.
Das Gleiche gilt, sollte das Pferd nicht gelassen genug sein.
Ziel ist beim Reining eine losgelassene, aber exakte und präzise Ausführung, die auch Entschlossenheit und Mut von Reiter und Pferd widerspiegeln soll.
Es gibt mit Arizonareiner sogar einen ganzen Blog übers Reining
Alles zum Kauf eines Reining Pferdes findet ihr hier.
Auch interessant: klassische Dressur trifft Reining.
Und ein Blog über Jugend Reiningprüfungen in den USA.

