Reitr

Pferd und Reiter unterwegs

Archiv: November 2008

Das deutsche Pferdemuseum in Verden an der Aller

Im Norden von Deutschland, in einer absoluten Pferdegegend, südlich von Bremen befindet sich das deutsche Pferdemuseum in der Kleinstadt Verden an der Aller. In dieser Stadt lebt der bekannte Pferdesportexperte Hans-Heinrich Isenbarth, ganz in der Nähe befindet sich auch Thedinghausen, Wohnort von Meredith und Markus Beerbaum.

Verden ist außerdem ein bekannter Turnier- und Auktionsort, also auch der ideale Platz für ein Pferdemuseum.

“Wir laden Sie ein zu einem Ritt durch die Geschichte des Pferdes” titelt die Website des Pferdemuseums - und verspricht damit nicht zuviel. Dieses Museum ist für jeden Pferdefan absolut sehenswert.

Die Geschichte des Pferdemuseums beginnt um 1930, als Verdener Heimatbund mit dem Aufbau einer pferdekundlichen Sammlung beginnt. Initiatoren waren der Schlossermeister und Heimatbundvorsitzende Wilhelm Ahrens und der Hippologe Erich Clausen.
Den Namen „Deutsches Pferdemuseum“ bekam das Haus 1965 kommt es zur Verselbständigung und Namensänderung in “Deutsches Pferdemuseum”.
Seit diese Zeit entstand eine umfangreiche Museumsbibliothek. 1974 wurde das berühmte Denkmal des Hengstes Tempelhüter als Symbol des Museums aufgestellt.
Im Jahr 2000 wurde das Pferdemuseum nach Erweiterung und Neugestaltung in den Pferdeställen und Mannschaftsräumen der ehemaligen Kavalleriekaserne am Holzmarkt neu eröffnet.

Insgesamt hat die ständige Ausstellung eine Fläche von 1 400 m², dazu kommen auf 230 m² immer neue Sonderausstellungen.

Gleich am Eingang grüßt den Besucher ein Schild mit der Aufschrift „Gaudemus Equis“, also „Habt Freude am Pferd“, das sich einst an Bürgerhäusern befand.

Kleine und große Pferde und Pferdchen aus den verschiedensten Jahrhunderten haben hier ein „Zuhause“ gefunden. Vom Spielzeug Pferd, über Karussellpferde, Blechpferde, Zinnpferde und prächtige Geschirre, Zäume und Sättel zeigt die Ausstellung alles rund um die Geschichte der Tiere.

Besonders interessant bei der Reise durch die Pferdegeschichte sind die Darstellungen von Urpferdchen, welche man kaum mit dem heutigen Pferd in Verbindung bringen würde.

Im angrenzenden Museumsshop kann der Besucher dann auch sein Souvenir mitnehmen. Modellpferde oder Plüschpferde, Bücher oder Spiele, hier finden sich zahlreiche schöne Sachen. Auch edle Porzellanteller aus der Fürstenbergischen Manufaktur, die speziell fürs Pferdemuseum gefertigt werden.

Die Bibliothek des Pferdemuseums beherbergt über 1000 Bücher, allerdings kann man diese nur nach Terminabsprache besichtigen.

Die Sonderausstellungen des Museums befassen sich mit allen möglichen speziellen Themen rund ums Pferd. Vom 4. Juli 2008 bis 1. Februar 209 zeigt das Pferdemuseum in Verden beispielsweise eine Sonderausstellung rund umMiniaturausführungen von Kutschen.

Auch finden immer wieder Vorträge im Pferdemuseum statt, bei denen Pferdewissenschaftler, Sportler und Züchter ihr Wissen weiter geben. Hier fand ich zum Beispiel Infos zu einer Vortrags-Veranstaltung im November.

Weitere Infos zum Pferdemuseum:

http://www.qype.com/place/121678-Deutsches-Pferdemuseum-e-V–VerdenÖffnungszeiten sind täglich außer montags von 10.00–17.00 Uhr.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 3 €, für Kinder (ab 4 Jahre) und Jugendliche 1,50 €.

Der Westernsattel

Westernreiten - schon dieser Begriff erweckt in fast jedem Reiter hierzulande ein Gefühl von Freiheit, von dem großen Land USA, von endlosen Galoppstrecken und romantischen Sonnenuntergängen in der Prärie.

Klar, das ist das verklärte Bild von Cowboy-Romantik.
Doch Westernreiten an sich ist ein faszinierender Sport, der zwar ebenso harte Arbeit bedeutet, wie die Viehtriebe der Cowboys, doch auch unheimlich viel Spaß bringt, wenn man diese Art des Reitens erst einmal beherrscht.

Hier gibt´s Grundlegendes zum Westernreiten, angefangen mit der Ausrüstung für Pferd und Reiter. Erstes Thema: Der Westernsattel.

Der Westernsattel ist viel größer, aber auch viel bequemer als der klassisch englische Sattel. Ursprünglich wurde er nach den Sätteln der spanischen Konquistadoren konzipiert und sollte vor allem für die langen Trecks im Sattel, welche die ersten Siedler und später die Cowboys hinter sich zu bringen hatten, geeignet sein.

Heute unterscheidet man drei Arten von Westernsätteln: den Schausattel, den Arbeitssattel und den Cuttingsattel.

Der Schausattel wird für Turniere, besonders zum Reining, benutzt und hat eine tiefe Sitzfläche, sowie ein kleines Sattelhorn, das den Reiter nicht behindern soll.

Dies ist beim Arbeitssattel anders. Hier ist das Horn groß und stabil, da daran vor allem früher, immer wieder einmal ein Lasso befestigt werden musste, um ein Kalb einzufangen.

Auch für den Arbeitssattel ist eine tiefe, weiche Sitzfläche charakteristisch, in welcher der Reiter genug Bewegungsfreiheit hat und sich wohl fühlt. Im Arbeitssattel mussten früher viele Stunden verbracht werden. Deshalb ist die Sitzfläche auch mit weichem Kalbsleder überzogen.

Der Cuttingsattel ist speziell für die Arbeit mit Rindern konzipiert. Er hat ein sehr hohes Horn und einen flachen Sitz, der dem Reiter besonders viel Bewegungsfreiheit belässt.

Das Horn des Cuttingsattels, das ja ganz besonders stabil sein muss, um ein Rind daran festzumachen, besitzt einen Metallkern, der mit Lederschichten überzogen ist.

Auch die Steigbügel der Westensättel sind sehr bequem und stabil gebaut. Früher waren sie auch vorne geschlossen, später nahm man davon Abstand.

Die Steigbügel sind - wie der gesamte Westernsattel - prächtig verziert, oft mit Beschlägen oder Silbermünzen, und auch in das Leder selbst sind Verzierungen eingearbeitet worden.

Der Bereich, auf dem Sitzfläche, Vorder- und Hinterzwiesel aufliegen, nennt man “Skirt”. Diese ist oft reich verziert, früher diente sie den Cowboys bei Trecks zur Befestigung ihres Gepäcks.

Für den Sattelbaum werden meistens die Maße eines durchschnittlichen Quarter Horses verwendet, aber es gibt auch andere Formate. Doch deshalb wird der normale Sattelbaum eines Westernsattels häufig als Quarter Horse Tree bezeichnet.

Die Lederblätter über den Steigbügeln nennt man “Fender”. Sie liegen über dem eigentlichen Steigbügelriemen und verhindern, dass der Reiter sich an diesem wund reiben kann, was bei langen Trecks durchaus passierte.

Die Qualität eines Westernsattels hängt ob allem von seiner Verarbeitung, dem verwendeten Leder und ähnlichen Qualitätsmerkmalen ab, die auch für einen klassisch englischen Sattel gelten.

Allerdings sind Westernsättel im Durchschnitt viel teurer als “normale” Sättel. Billige Westernsättel gibt es zwar schon für um die 300 - 500 €, aber wirklich gute Reiningsättel können von 1000 bis 3000 € (Profisattel) kosten. Nach oben hin sind die Grenzen natürlich ohnehin offen.

Wissenswertes zur Herstellung von Westernsätteln fand ich hier.

Wichtig beim Kauf eines Westernsattels ist die perfekte Passform, also unbedingt vor dem Kauf ausprobieren! Außerdem muss darauf geachtet werden, dass viele Größenangaben bei Westernsätteln in Zoll gemacht werden.

Über den Kauf eines Westernsattels wird hier berichtet.

Außerdem fand ich einen interessanten Bericht auf Englisch.

 

Unter dem Westernsattel sollte unbedingt ein “Pad”, eine dicke Westerndecke, gelegt werden. Diese Pads sind dicker als normale Satteldecken und federn den Druck des Sattels auf den Pferderücken besser ab. Pads können aus Wolle oder Kunstfaser sein, innen haben sie meist eine Schaffell oder Filzfütterung.

Es gibt mittlerweile auch Gelpads oder orthopädisch angepasste Pads, wie bei den klassisch englischen Satteldecken.

Auch hier gibt es Informationen zum Thema Westernsattel:
http://www.reiten.biz/westernreiten/Westernreiten/

Die Western Pferderassen

Wenn ihr auf www.equimania.de nachschaut, könnt ihr bald auch die  Westernpferde-Rassen noch im Einzelporträt erleben, hier jedoch erstmal eine Übersicht über sämtliche Pferderassen aus der “Neuen Welt” des Nordamerikanischen Kontinents.

Vorausgeschickt muss werden, dass sich jede der amerikanischen Pferderassen aus europäischen Pferden entwickelte.

Der Mustang ist so etwas wie die Urpferderasse des amerikanischen Kontinents. Der Name Mustang stammt aus dem Spanischen und kommt vom Wort “mestena“, was soviel bedeutet wie Pferdeherde. Die Stammtiere der Mustangs sind verwilderte Pferde der spanischen Konquistadoren, die ab dem 16. Jahrhundert ins Land kamen. Auf sich gestellt entwickelten die Tiere eine große Robustheit, so dass sie vom Aussehen kaum noch an die europäischen, schweren Rassen dieser Zeit erinnern. Selbstverständlich erkoren sowohl Indianer als auch später die Cowboys, Viehtreiber und Farmer, diese Rasse als ihr Reitpferd aus.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in den USA noch etwa eine Million Mustangs. 1970 hatte sich die Zahl katastrophal reduziert: Die Tiere wurden mit Hubschraubern zusammengetrieben und abgeschossen, um sie zu billigem Hundefutter zu verarbeiten. Heute stehen Mustangs zum Glück unter Naturschutz.

Auch werden nun mit Mustangs andere Pferderassen gezüchtet, indem man sie mit anderen Pferden kreuzt. So entstanden etwa das Cayuse Indian Pony und das Rocky Mountain Pony.

Die Appaloosas waren früher das Indianerpferd schlechthin. Berühmt sind sie durch ihre gefleckte Zeichnung. Diese bedeckt manchmal nur den hinteren Teil des Pferderückens, manchmal den gesamten Körper.

Der Name Appaloosa geht auf die Nez Perce Indianer zurück, die am Palouse River im Nordwesten Amerikas siedelten. Das Palouse Horse oder Palousy wurde dort, in den heutigen Staaten Idaho, Washington und Oregon, ab dem 18. Jahrhundert gezüchtet.

Dann kamen jedoch die weißen Soldaten und begannen die Indianer systematisch auszurotten. Im Jahre 1877 töteten sie während eines sechs Tage dauernden Kampfes die meisten Nez Perce Indianer und auch zahlreiche ihrer Pferde. Die Handvoll Pferde, die übrig blieb, riss sich das Militär unter den Nagel. Der Appaloosa wäre wohl verschwunden, hätte nicht im Jahre 1930 der Rancher Claude J. Thompson aus Oregon die Idee gehabt, nach den verbliebenen Appaloosas zu suchen und die Rasse neu zu begründen. Der Mann gründete mit 38 Appaloosas den “Appaloosa Club“, 1950 wurde die Rasse offiziell anerkannt. Die Farbgebungen können die Varianten Decken-Bunt, Marmor-Bunt, Leopard-Bunt, Schneeflocken-Bunt, Schabrack-Bunt und Schneeflocken-Schabrack-Bunt beinhalten. In der Neuzeit werden auch oft Quarter Horses in die Rasse eingekreuzt. Nach Deutschland kam der Appaloosa in den 70er Jahren.

Auch Vorfahren des Quarter Horse kamen mit den spanischen Eroberern ins Land. Diese wurden mit Vollblütern gekreuzt. So entstand die älteste und auch berühmteste Rasse der Neuen Welt. Heute bewundert man die Tiere in allen Westernsport-Disziplinen. Vor allem erlangten sie jedoch in der Western-Dressur, dem Reining, einer Disziplin der Reit-Weltmeisterschaften, Bedeutung.

Quarter Horses vereinen Araber-, Berber- und Blut der spanischen Rassen. Die Tiere wurden sowohl zu Indianerpferden (vor allem der Chikasaw) als auch zu beliebten Pferden der Siedler aufgrund ihrer Schnelligkeit und unglaublichen Ausdauer. Außerdem waren sie zur Farmarbeit bestens geeignet, mehr als die schwer zu zähmenden Mustangs.

1665 wurde das Quarter Horse bereits als Rasse anerkannt. Die vorwiegend Braunen wurden dann auch bald für eine ganz besondere Herausforderung entdeckt, dem Rennen über die Viertelmeile, von dem sie ihren Namen erhielten. Dafür wurden ach immer mehr Englische Vollblüter eingekreuzt um die Tiere schneller zu machen. So wurde das Quarter Horse für die Cowboys zum besten Pferd für alle Zwecke, vom Rennen bis zur Arbeit mit Rindern, hier wurde ihr “cow sense” zum geflügelten Wort. 1940 entstand in Fort Worth, Texas, die American Quarter Horse Association.

Mehr zur Rasse fand ich hier:

Pintos sind, man möchte es kaum glauben eine der ältesten Pferderassen der Welt. Bereits auf ägyptischen Wandmalereien in Pharaonengräbern, bei den Chinesen von Peking bis in den Himalaja findet man Beweise für gescheckte Pferde. Und im europäischen Mittelalter erlangten sie als Kriegs- und Ritterpferde außerordentliche Beliebtheit.

Mit den Spaniern landeten sie in Amerika. Spanisch ist dann auch der Ausdruck Pinto, der von “dipinto“, farbig, abgeleitet ist. Es gibt verschiedene Zuchtbücher, die von einfachen Schecken über reinblütige Pintos bis hin zu reinrassigen Farbvererbern reichen. Die typischen Farbgebungen sind Tobiano (weiße Grundfarbe) nid Overo (braune Grundfarbe). Seit 1963 ist der Pinto als Rasse offiziell anerkannt. Eine weitere Bezeichnung für die Pferde ist “Paint Horse“, das bemalte Pferd. Bei Astrid fand ich auch eine kurze Rassebeschreibung.

 Großartige Fotos von Paints gibt es hier.

 Dass der Palomino eine eigene Rasse ist, entspricht nicht ganz der Wahrheit.

Eigentlich handelt es sich um ein isabell (also creme) farbenes Pferd. Benannt ist die Farbgebung Isabell nach der spanischen Königin Isabella von Kastilien. Offiziell entstanden und erstmals gezüchtet worden ist die Rasse in Spanien. Doch die allererste Erwähnung der cremefarbenen Tiere fand viel früher statt: Sie waren bereits zur Zeit der Qin-Dynastie (221-206 v. Chr.) am chinesischen Kaiserhof zu finden. Über Spanien kamen sie nach Amerika, wo erst 1936 die American Palomino Association gegründet wurde. Heute findet man Palominos auch sehr oft als leistungsstarke und besonders schöne Westernpferde beim Turnier und nicht nur bei Shows. Der Name Palomino geht übrigens auf den spanischen Adligen Don Juan de Palomino zurück, der eines der Tiere von Hernando Cortez in der Neuen Welt geschenkt bekam.

 

 

 

Auch die Fellfarbe Palomino ist offiziell anerkannt.

 

Porträt: Meredith Michaels-Beerbaum

Fast scheint es, als müsste ihre anrührende Geschichte eines Tages verfilmt werden.

Die Tatsache, dass sie in der US-Filmmetropole Los Angeles aufgewachsen ist hat damit weniger zu tun, als die Geschichte ihrer einzigartigen Karriere.

Von Susi gibt es im Olympiablog von erdbeerlounge schon ein sehr schönes Kurzporträt.

Hier alles noch ein bisschen ausführlicher, sozusagen von einem Insider und Fan der ersten Stunde (was in meinem Fall 1994) heißt.

(LANG IST`S HER: MEREDITH UND MARKUS BEERBAUM 1996)

Meredith Michaels wurde am 26. Dezember 1969 als Tochter des Filmproduzenten und Regisseurs Richard Michaels und der Schauspielerin Kristina Heaman geboren. Zwei Jahre später ließen die Eltern sich scheiden, kurz darauf heiratete die Mutter erneut.

Im Alter von sieben Jahren wollte Meredith reiten lernen. Zusammen mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder Gregory besuchte sie eine Reitschule in Westlake, Kalifornien.

Schon im Alter von acht Jahren konnte Meredith auf Ponys erste Erfolge in Stilspringen feiern, mit 13 Jahren bekam sie ihr erstes eigenes Pferd, Boston Banker, und wurde Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft im Springreiten. Vier Mal hintereinander gewann das kalifornische Team die nationalen Meisterschaften der Junioren, was zuvor und danach keinem gelang.

Mit 18 Jahren begann Meredith ein Studium der Politikwissenschaften an der Universität von Princeton.

An der Ostküste kam sie auch unter die Fittiche des berühmten Trainers George Morris und gewann 1989 auf Quick Star, einem kleinen, nur 1,58 m messenden Selle Francais Hengst, der ihr vom vermögenden Unternehmer Isaac Arguetty zur Verfügung gestellt wurde, ihren ersten Großen Preis in Palm Beach.

Daraufhin bekam sie das Angebot für einen Sommer bei Paul Schockemöhle in Mühlen zu trainieren. Ihren ersten internationalen Turnierstart in Deutschland hatte sie bei der Pferd International in München 1991. Bei dieser Veranstaltung lernte sie auch Markus Beerbaum kennen.Wenig später funkte es zwischen den beiden.

Mit Quick Star feierte Meredith Michaels in den folgenden Jahren sicherlich die größten

Erfolge, wie den Doppelsieg 1993 in Grand Prix und UPS-Trophy beim Mannheimer Maimarkt Turnier, den Sieg im Grand Prix 1994 in München-Riem und im Pulsar-Preis beim CHIO in Aachen.

Aber auch der Vollblüter Home James und der Holsteiner Alvaretto brachten sie weiter nach oben. Mit Alvaretto strebte Meredith eine Olympia-Teilnahme in Atlanta an. Das Pferd wurde jedoch wie Quick Star und die Stute Cathleen praktisch über Nacht Ende 1995 vom Sponsor verkauft.

Meredith musste auf die Nachwuchspferde Stella und Just Do It setzen. Beide hatte sie selbst entdeckt und ausgebildet. Der holländische Hengst Just Do It verhalf ihr zum Sieg im Großen Preis von Wien 1996.

Ende 1997 kaufte Meredith zusammen mit ihrem Freund Markus Beerbaum, nach einigen Monaten bei Dirk Hafemeister und einem längeren Aufenthalt auf der Anlage von Dieter Graf Landsberg Velen in Balve, den Hof des verstorbenen Gerd Wiltfang.

Am 5. Juni 1998 heirateten die beiden und Meredith nahm kurz darauf die deutsche Staatsbürgerschaft an.

Nie würde sie als Frau in einer deutschen Championats-Mannschaft reiten, wurde ihr prophezeit. Doch im August 1999 war Meredith Michaels-Beerbaum die erste Frau, die jemals für Deutschland ritt. Ihre beiden Nullrunden auf der Stute Stella, einer Tochter von Quick Star, bei der Europameisterschaft in Hickstead trugen maßgeblich zum Mannschaftstitel bei.

Die folgenden Jahre waren von einem immerwährenden Auf und Ab bestimmt. Große Erfolge wechselten mit schweren Verletzungen. 2002 brach sie sich das Schlüsselbein, 2003 zog sie sich in Hamburg einen offenen Bruch des Schien- und Wadenbeins zu, ein Unfall, der auch das Aus ihrer Karriere hätte bedeuten können.

Umso schäbiger erscheint die Art und Weise, wie Meredith Michaels-Beerbaum 2004 um die sicher geglaubte Olympia-Teilnahme gebracht wurde. Mit ihrem neuen Top-Pferd, dem Hannoveraner-Wallach Shutterfly ritt sie von Erfolg zu Erfolg, der 2. Platz im Weltcup-Finale in Mailand war wohl der wichtigste davon.

Am Vorabend des Nominierungsschlusses für die Olympischen Spielen kam die Meldung über eine positive Dopingprobe auf. Wie diese so weite Kreise ziehen konnte, ist nicht bekannt. Fakt sind heute zahllose Fehler der FEI und die Tatsache, dass überhaupt kein Doping nachgewiesen werden konnte. Lediglich eine minimale Menge von Abbaustoffen einer Substanz war in der Dopingprobe vorhanden, welche auch von Düngemitteln oder ähnlichem stammen konnten.

Die folgende Zeit wurde für Meredith ein Triumphzug ohne Beispiel:

Im Dezember 2004 war sie die erste Frau, die jemals an der Spitze der Weltrangliste stand, kurz darauf gewann sie die Riders Tour und das Top Ten Finale in Genf. 2005 siegte sie im Weltcup-Finale in Las Vegas und im Großen Preis von Aachen. All diese Erfolge hat sie Shutterfly zu verdanken, der wahrlich mit Pferdegrößen wie Halla und Deister verglichen werden kann. Doch auch der etwas jüngere Hannoveraner Checkmate trug maßgeblich zum Erfolg der Reiterin bei. Er gehörte zur siegreichen deutschen Mannschaft bei der Europameisterschaft in San Patrignano und sicherte den erneuten Riders Tour Titel 2005.

2006 wurde sie mit ihm Fünfte des Weltcup Finales in Kuala Lumpur.

Der größte Triumph von Merediths bisheriger Karriere folgte jedoch im August 2006, als sie nicht nur maßgeblich zum knappen Gewinn der Bronzemedaille mit der Mannschaft bei den Weltreiterspielen in Aachen beitrug, sondern sich auch Bronze im Einzel holte. Der denkwürdige Pferde- und Sattelwechsel, bei dem drei Reiter mit sämtlichen Pferden ohne Fehler blieben und Shutterflys Nerven, wie deutlich zu sehen war, immer mehr strapaziert wurden, ging in die WM-Geschichte ein.

Das wohl schönste Jahr ihrer Karriere erlebte Meredith 2007, als sie mit Shutterfly den Europameistertitel im Einzel und Silber mit der Mannschaft holte. Darüber berichtet auch cubatom2 in seinem Blog.

Dazu kamen 2007 der dritte Riders Tour Triumph und die erste Titelverteidigung, die jemals im Großen Preis von Stuttgart gelungen war. Nicht nur ein Traum wurde damit wahr.

Im April 2008 gewann Meredith Michaels-Beerbaum mit Shutterfly zum zweiten Mal das Weltup-Finale der Springreiter. Es folgten Siege in Wiesbaden (mit Checkmate), Cannes (mit Shutterfly), Aachen (Nationenpreis Shutterfly, Zeitspringen Checkmate) und Estoril (Checkmate).

Außerdem durfte sich MMB 2008 erste Deutsche Meisterin der Männer nennen. Erstmals gelang es einer Frau den Titel in der Herrenkonkurrenz zu erringen.

Die Olympischen Spiele wurden für die deutsche Mannschaft bekanntlich zum Negativ-Erlebnis, jedoch sorgte die starke Leistung von Meredith Michaels-Beerbaum auf Platz4 im Einzel für einen sportlich versöhnlichen Abschuss.  Infos und Geschichten zu Hongkong 2008 gibt es übrigens im Reiter Revue Blog.

Kurz darauf siegte Meredith Michaels-Beerbaum wieder bei der Global Champions Tour in Arezzo und bewies, dass Shutterfly nicht umsonst das beste Pferd der Welt genannt wird.

Mit Shutterfly, Checkmate und Le Mans verfügt Meredith über drei Pferde, die bewiesen, dass sie in Großen Preisen siegen können. Dazu kommen mehrere gute Nachwuchspferde, wie die hoffnungsvolle Stute Kismet, so dass wohl auch in Zukunft an der Erfolgsstory weiter geschrieben wird.
Sie möchte, dass die Menschen eines Tages sagen würden, sie sei ein guter Mensch gewesen, meinte Meredith Michaels-Beerbaum. Das würde bereits heute niemand mehr leugnen.

 

 

 

Sicher ausreiten

Wer träumt nicht davon, mit dem Pferd gemeinsam an einem Sommertag - oder auch im Winter bei Schnee - die Natur zu genießen. Schließlich ist dieses Erlebnis völlig anders als das “normale” Training oder die Reitstunde auf dem Sandplatz und in der Halle. Wieviel Spaß ausreiten machen kann, hat Flubber in seinem Blog berichtet.

Und man kann es als Reiter sofort nachempfinden.

Doch gerade Anfänger müssen sich vor dem ersten Ausritt mit den Gefahren des Geländes auseinander setzen und vor allem die wichtigsten Regeln kennen, damit der Ausflug nicht zum unvorhergesehenen Desaster wird.

Wer im Gelände reiten möchte, sollte sich bereits sicher zusammen mit seinem Pferd bewegen.

Für jemanden, der erst ein paar Anfängerstunden auf dem Reitplatz hatte, ist ein Ausritt definitiv zu anspruchsvoll. Das wird bei vielen Reiturlauben leider vergessen!

Wichtig ist für Anfänger, dass vor dem ersten Ausritt die Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp sicher beherrscht werden. Außerdem muss der Reiter einen festen Knieschluss haben und sich dadurch gut auf dem Pferd halten können. Alles andere wäre nicht nur für den Betreffenden selbst, sondern auch für die anderen Reiter einer Gruppe zu gefährlich. Denn wie oft hat nicht ein einzelnes durchgehendes Pferd schon eine echte Massenpanik ausgelöst….

Auch das Leichttraben sollte vor dem ersten Ausritt erlernt werden, da es wichtig ist, den Rücken des Pferdes im Gelände immer wieder zu entlasten.

 

Für Anfänger ist vor allem von Bedeutung, ein absolut sicheres, geländeerfahrenes Pferd zu reiten, das sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Bei einem unruhigen Pferd wird auch der Reiter keine Sicherheit gewinnen, und schlimmstenfalls stürzen. Dasselbe gilt für geländeunerfahrene Pferde, sie benötigen einen Reiter, der sie unterstützt - und nicht seine eigene Nervosität überträgt.

Grundsätzlich gilt bei einem Ausritt, dass der Reiter den Hof im Schritt verlässt und auch zu Beginn des Ausflugs mindestens zehn Minuten lang diese Gangart geritten wird. Das lockert die Muskeln des Tieres und wirkt wie das Aufwärmen eines Läufers.

Später können während des Rittes natürlich immer wieder Trab- und Galopp-Phasen eingebaut werden - denn erst durch sie bekommt der Ausritt doch seine besondere Note - das Gefühl von Geschwindigkeit und der damit verbundenen “Freiheit” im Gelände.

Zwischen einzelnen Galoppstrecken muss jedoch selbstverständlich auch immer wieder Schritt gegangen werden, so dass sich das Pferd wieder entspannen kann.

Auch das für letzte Stück des Weges zurück zum Stall (erneut etwa zehn Minuten) ist der Schritt die passende Gangart, damit das Pferd abkühlen kann.
Penibel sollte der Reiter im Gelände darauf achten, dass sein Pferd nicht am Wegrand Pflanzen frisst. Auch zwischen bekannten Blumen kann sich Giftiges verstecken. Und vom Rücken des Pferdes aus können nur wirkliche Experten Giftpflanzen erkennen.

Auf der sicheren Seite ist, wer das Pferd generell nichts während des Rittes fressen lässt! Bei einer Rast auf längeren Ritten sollte dagegen eine passende Wiese aufsucht werden, wo das Tier dann in aller Ruhe - und ohne Gesundheitsgefahr - am Halfter grasen kann.

 Selbst recht erfahrene Reiter werden bei einem Ausritt immer wieder auf neue Situationen treffen, die nicht einfach zu meistern sind. Müll auf den Wegen (beispielsweise herumfliegende Plastiktüten), überhängende Äste, umgefallene Baumstämme - alles Hindernisse, die nicht vorhergesehen werden können.

Aber mit der Unterstützung eines ruhigen Reiters erschrecken die meisten Pferde nicht vor Müll und anderen Gegenständen, und Naturhindernisse stellen für erfahrenere Reiter sowieso kein Problem dar.

Wer einen seiner ersten Geländeritte wagt, sollte dies ohnehin nie allein tun, und wird bei solchen “Komplikationen” von der Gruppe unterstützt.

Überhaupt ist zusammen ausreiten immer mehr zu empfehlen als alleine zu sein. Im Notfall kann so besser Hilfe geholt werden.

Am besten ist eine Gruppe ab drei Reitern, da bei einer möglichen Verletzung auch ein Reiter beim Gestürzten bleiben kann. Auch sollte immer daran gedacht werden, bei einem (längeren) Ausritt das Handy nicht zu vergessen.

Doch wer zum ersten Mal im Gelände unterwegs ist, wird immer viel Neues erleben, auch wenn er noch so viele Stunden auf dem Platz hinter sich gebracht hat.

Wichtig ist für ürzen. Dasselbe gilt für geländeunerfahrene Pferde, sie benötigen einen Reiter, der sie unterstützt - und nicht seine eigene Nervosität überträgt.

Anfänger vor allem, die Zeichen, welche beim Reiten in der Gruppe benutzt werden, zu kennen und nachvollziehen zu können.

Am häufigsten gebraucht werden ein mehrmaliges Hochstoßen der Hand des Gruppenführers für die nächst höhere Gangart, ein (mehrmaliges) Senken des seitlich ausgestreckten Armes für die nächst niedrigere Gangart. Das Halten wird durch das Heben des ausgestreckten Armes gezeigt.

Bei größeren Gruppen können auch Kommandos wie “Halt”, “Schritt”, “Galopp” gerufen oder von Reiter zu Reiter weitergegeben werden.

Wichtig ist bei Ausritten mit einer Gruppe auch der erfahrene Schlussreiter, welcher darauf achtet, dass keiner zurück bleibt und es keine größeren Probleme gibt.

 Eine Schwierigkeit bei Ausritten ist für viele - auch geländeerfahrene - Reiter der Straßenverkehr.

Natürlich ist es viel schöner, einfach die passenden Reitwege direkt vor dem Hof zu haben, aber die Realität sieht leider anders aus! Häufig ist es unvermeidlich, an relativ stark befahrenen Straßen entlang das geeignete Reitgelände zu erreichen.

Generell gilt im Straßenverkehr: Pferde können vor vielen Dingen Angst bekommen, welche ihr Reiter nicht einmal auf Anhieb bemerkt. Der Rundumblick des Pferdes lässt es auch potentielle Gefahrenquellen im Panoramablick erkennen, die jedoch auf Grund der eingeschränkten Sehkraft unscharf sind und nicht fixiert werden können. Dadurch eröffnet sich dem Pferd eine gänzlich andere Sicht auf die Welt als dem Menschen, vor allem da es wegen seiner empfindlichen Ohren auf Geräusche viel deutlicher reagiert. Denn mit ihrer Hilfe kreiert das Pferd eine Art “Hörbild”; es fixiert durch das Drehen der Ohren, was nur undeutlich mit den Augen erkannt wird.

 

All dies muss der Reiter besonders “draußen” beachten, wo unendlich viele Reize auf das Tier einströmen und oft schnell heraus gefunden werden sollte, woher ein Problem rührt.

Gerade im Straßenverkehr ist es daher wichtig, dass die nötige Sicherheit des Reiters vorhanden ist.

Wenn die Verkehrsregeln und deren Auslegung für den Reiter bekannt sind, kann dies schon eine große Hilfe sein. Denn auch für jeden Reiter gilt die Straßenverkehrordnung und deren Vorschriften.

Zwar wird auch das Prinzip des Schwächeren gegenüber Kraftfahrzeugen geltend gemacht, wenn ein Autofahrer einen Unfall verschuldet, und Reiter bzw. Pferd betroffen sind.

Ist jedoch das Tier der Verursacher, kann es für den Reiter schlimm ins Geld gehen.

Einiges zum Thema Pferde im Straßenverkehr und wie sich die Gesetzeslage mit einem Ausritt vereinbaren lässt, hat auch chamomillae zusammen getragen.
Deshalb ist wichtig, für jedes Pferd eine Haftpflichtversicherung zu haben. Kein Reiter sollte darauf verzichten, denn nie geahnte Unfälle können schnell passieren.

Vor einem Ausritt sollte der Reiter sich also informieren, ob das Pferd ausreichend versichert ist.

Wer sich im Straßenverkehr als Reiter bewegt, für den ist ein grundlegendes Prinzip, dass eine vorhandene Ampel benutzt werden sollte. Allerdings immer mit Rücksicht auf die Fußgänger!

Es muss stets damit gerechnet werden, dass ein Mensch im Straßenverkehr Angst vor Pferden haben kann. Deshalb sollte bei Durchquerung von Städten auch immer nur Schritt geritten werden.

Traben ist allerdings erlaubt, um aus einer schwierigen, vielleicht gefährlichen Situation möglichst schnell heraus zu kommen.

Wer an einer Straße entlang reiten muss, um einen Reitweg zu erreichen, für den gilt: Immer am rechten Straßenrand reiten. Noch sicherer ist der befestigte Seitenstreifen.

Es ist selbstverständlich, dass auf der Straße hintereinander geritten wird.

Auf wenig befahrenen Straßen ist es allerdings auch möglich, dass zwei Reiter nebeneinander reiten. Dadurch können unruhige Pferde von der Fahrbahn etwas abgeschirmt werden: Indem ein gelassener Artgenosse neben ihnen geht.

Große Reiterverbände, die eine Länge von 25 Metern überschreiten, müssen auf Straßen immer getrennt werden, damit die Autofahrer gefahrlos dazwischen einscheren kann.

Eine Straße ohne Ampel zu überqueren ist für eine Reitergruppe kein leichtes

Unterfangen, wird jedoch erleichtert, wenn geeignete Techniken bekannt sind.

Wer allein oder nur im kleinen Verband unterwegs ist, der sollte eine große Lücke im Verkehr abwarten und dann mit einem vorangehenden deutlichen Handzeichen, dass er auf die andere Seite möchte, zügig - aber am besten im Schritt - die Straße überqueren.

Bei Reitergruppen wird das Ganze komplizierter:

Die beste Lösung ist, die Reiter anhalten und sich parallel zum Verkehr aufstellen zu lassen. Auf Kommando des Gruppenführers wenden alle - bei einer größeren Verkehrslücke - gleichzeitig nach links ab und überqueren die Straße. Auf der anderen Seite wird mit einer halben Wendung wieder die Abteilung gebildet.
Auf diese Weise geht das Überqueren der Straße ohne Chaos ab, welches schlimme Unfälle verursachen kann.

 Mehr zum Thema Straßenverkehr gibt es hier: http://www.tipps-zum-pferd.de/ausreiten-auf-der-stra%DFe-reiten_tipp_60.html

Auch die Dunkelheit kann zum Problem für Pferd und Reiter werden. Wer Ausritte plant, sollte deshalb auch die passende Sicherheitsausrüstung besorgen. Das Wetter kann schnell umschlagen, und nach Regen sieht die Welt oft ganz anders aus, geschweige denn, wenn bei längeren Ritten die Dämmerung und letztlich Dunkelheit hereinbrechen.

Vorgesorgt wird mit einer Stiefelleuchte, die nach vorne weißes Licht, nach hinten rotes Licht abstrahlt. Es ist das selbe Prinzip wie beim verkehrssicheren Fahrrad. Fluoreszierende Gamaschen oder Decken, Leuchtstreifen an der eigenen Kleidung können ebenfalls helfen, besser gesehen zu werden und sich dadurch nicht in Gefahr zu begeben.

Für das Reiten im Gelände gilt immer:

Wo Reitwege ausgeschildert sind, müssen diese auch ausnahmslos benutzt werden. Das bekannte blaue Schild mit Reiter lässt keine Benutzung etwaiger angrenzender Fußgänger- oder Fahrradwege zu.

Bei Reitverbotsschildern und auf ausgeschilderten Fußgängerwegen gilt ausnahmslos, dass der Reiter absteigen und sein Pferd führen muss, möchte er diese benutzen.

Natürlich ist es eine Selbstverständlichkeit für Reiter, achtsam mit der Natur umgehen umzugehen, keinen Abfall liegen zu lassen und auch die Pferdeäpfel, wenn sie auf dem Fußweg gefallen sein sollten, zu beseitigen. Sorgsamer Umgang mit der Landschaft und Personen, die dem Reiter begegnen, muss einfach selbstverständlich sein, um eine friedliche gemeinsame Nutzung der Natur zu ermöglichen.

Ein immerwährendes Problem ist auch das Reiten im Wald. Wer bei Stadt und Forstbehörde nachfragt, ob es erlaubt ist, der ist auf der sicheren Seite.
Wenn der Reiter auf den Wegen bleibt, kein Wild aufscheucht oder in Schonungen Schaden anrichtet, ist meist nichts gegen einen Ritt auf Forstwegen einzuwenden. In vielen Wäldern sind dazu extra Reitwege ausgeschildert, so dass der Reiter ohne Probleme die vielleicht schönste Umgebung für einen Ausritt genießen kann.

Mehr zum Reiten im Wald: http://www.tipps-zum-pferd.de/ausreiten-so-verstehen-sich-reiter-und-j%e4ger_tipp_61.html

Auch bei Ritten über Felder oder private Grundstücke und Wege ist selbstverständlich die Erlaubnis des Eigentümers einzuholen.

 

Schlussendlich gilt, dass ein Ausritt auch nur mit der passenden Ausrüstung wirklich Spaß macht - und sicher ist. Der Reithelm gehört natürlich immer dazu, aber auch eine Sicherheitsweste kann hilfreich sein, um Verletzungen zu vermeiden. Dazu kommen eine passende, nicht drückende Reithose und am besten Reitstiefel, da der Reiter sich mit anderen Schuhen zu leicht in den Bügeln verfangen kann, sowie Reithandschuhe, um Verletzungen an den Händen vorzubeugen.

Ob das Pferd in einem bestimmten Stil oder mit bestimmter Ausrüstung im Gelände geritten wird, ist relativ egal. Western oder Englisch spielen hier keine Rolle, das Pferd wird die freie Natur und das Laufen immer Genießen.

Damit dies auch der Reiter kann, sollte er als besondere Sicherheit und Beweis, dass er im Gelände zurecht kommt, über die Deutsche Reiterliche Vereinigung den Reitpass (Deutscher Reiterpass, DRP) belegen.

Besitzt der Reiter den Basispass Pferdekunde, kann er auch die Prüfung zum Reiterpass ablegen.

Zahlreiche Reitschulen bieten Kurse (geleitet von einem Trainer C - Reiten) an, die am Ende auch die Prüfung beinhalten. Alle FN-anerkannten Betriebe, die vom Landesverband genehmigt wurden, können die Prüfung zum Reiterpass abnehmen.

Diese Prüfung besteht aus einem praktischen Teil, der die Vorbereitung des Pferdes zum Ausritt, das Versorgen des Tieres bei Rast oder Unfall, sowie einer Reitprüfung besteht, welche aus Reiten in allen Gangarten, Kolonnenreiten, Wegreiten von der Gruppe, Straßenüberquerung und vielem mehr besteht.

Der theoretische Teil umfasst Grundkenntnisse der Reitlehre und Pferdehaltung, das Verhalten in Straßenverkehr und Umwelt, Unfallverhütung und Erste Hilfe, sowie die Kenntnisse der wichtigsten Rechtsvorschriften.

Beide Prüfungen - sowohl die praktische als auch theoretische - müssen bestanden werden, um den Reiterpass zu erhalten. Mit diesem kann sich allerdings auch jeder gut vorbereitet fühlen für längere Ausritte und das damit verbundene Genießen. So gerüstet kann ohne Bedenken der erste Ausritt gewagt werden.

 

Abshleßend noch ein Tipp zur Ausrüstung fürs Gelände: http://www.tipps-zum-pferd.de/hufauskratzer-sollte-mit-ins-gel%e4nde_tipp_150.html

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