
Wer träumt nicht davon, mit dem Pferd gemeinsam an einem Sommertag - oder auch im Winter bei Schnee - die Natur zu genießen. Schließlich ist dieses Erlebnis völlig anders als das “normale” Training oder die Reitstunde auf dem Sandplatz und in der Halle. Wieviel Spaß ausreiten machen kann, hat Flubber in seinem Blog berichtet.
Und man kann es als Reiter sofort nachempfinden.
Doch gerade Anfänger müssen sich vor dem ersten Ausritt mit den Gefahren des Geländes auseinander setzen und vor allem die wichtigsten Regeln kennen, damit der Ausflug nicht zum unvorhergesehenen Desaster wird.
Wer im Gelände reiten möchte, sollte sich bereits sicher zusammen mit seinem Pferd bewegen.
Für jemanden, der erst ein paar Anfängerstunden auf dem Reitplatz hatte, ist ein Ausritt definitiv zu anspruchsvoll. Das wird bei vielen Reiturlauben leider vergessen!
Wichtig ist für Anfänger, dass vor dem ersten Ausritt die Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp sicher beherrscht werden. Außerdem muss der Reiter einen festen Knieschluss haben und sich dadurch gut auf dem Pferd halten können. Alles andere wäre nicht nur für den Betreffenden selbst, sondern auch für die anderen Reiter einer Gruppe zu gefährlich. Denn wie oft hat nicht ein einzelnes durchgehendes Pferd schon eine echte Massenpanik ausgelöst….
Auch das Leichttraben sollte vor dem ersten Ausritt erlernt werden, da es wichtig ist, den Rücken des Pferdes im Gelände immer wieder zu entlasten.
Für Anfänger ist vor allem von Bedeutung, ein absolut sicheres, geländeerfahrenes Pferd zu reiten, das sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Bei einem unruhigen Pferd wird auch der Reiter keine Sicherheit gewinnen, und schlimmstenfalls stürzen. Dasselbe gilt für geländeunerfahrene Pferde, sie benötigen einen Reiter, der sie unterstützt - und nicht seine eigene Nervosität überträgt.
Grundsätzlich gilt bei einem Ausritt, dass der Reiter den Hof im Schritt verlässt und auch zu Beginn des Ausflugs mindestens zehn Minuten lang diese Gangart geritten wird. Das lockert die Muskeln des Tieres und wirkt wie das Aufwärmen eines Läufers.
Später können während des Rittes natürlich immer wieder Trab- und Galopp-Phasen eingebaut werden - denn erst durch sie bekommt der Ausritt doch seine besondere Note - das Gefühl von Geschwindigkeit und der damit verbundenen “Freiheit” im Gelände.
Zwischen einzelnen Galoppstrecken muss jedoch selbstverständlich auch immer wieder Schritt gegangen werden, so dass sich das Pferd wieder entspannen kann.
Auch das für letzte Stück des Weges zurück zum Stall (erneut etwa zehn Minuten) ist der Schritt die passende Gangart, damit das Pferd abkühlen kann.
Penibel sollte der Reiter im Gelände darauf achten, dass sein Pferd nicht am Wegrand Pflanzen frisst. Auch zwischen bekannten Blumen kann sich Giftiges verstecken. Und vom Rücken des Pferdes aus können nur wirkliche Experten Giftpflanzen erkennen.
Auf der sicheren Seite ist, wer das Pferd generell nichts während des Rittes fressen lässt! Bei einer Rast auf längeren Ritten sollte dagegen eine passende Wiese aufsucht werden, wo das Tier dann in aller Ruhe - und ohne Gesundheitsgefahr - am Halfter grasen kann.
Selbst recht erfahrene Reiter werden bei einem Ausritt immer wieder auf neue Situationen treffen, die nicht einfach zu meistern sind. Müll auf den Wegen (beispielsweise herumfliegende Plastiktüten), überhängende Äste, umgefallene Baumstämme - alles Hindernisse, die nicht vorhergesehen werden können.
Aber mit der Unterstützung eines ruhigen Reiters erschrecken die meisten Pferde nicht vor Müll und anderen Gegenständen, und Naturhindernisse stellen für erfahrenere Reiter sowieso kein Problem dar.
Wer einen seiner ersten Geländeritte wagt, sollte dies ohnehin nie allein tun, und wird bei solchen “Komplikationen” von der Gruppe unterstützt.
Überhaupt ist zusammen ausreiten immer mehr zu empfehlen als alleine zu sein. Im Notfall kann so besser Hilfe geholt werden.
Am besten ist eine Gruppe ab drei Reitern, da bei einer möglichen Verletzung auch ein Reiter beim Gestürzten bleiben kann. Auch sollte immer daran gedacht werden, bei einem (längeren) Ausritt das Handy nicht zu vergessen.
Doch wer zum ersten Mal im Gelände unterwegs ist, wird immer viel Neues erleben, auch wenn er noch so viele Stunden auf dem Platz hinter sich gebracht hat.
Wichtig ist für ürzen. Dasselbe gilt für geländeunerfahrene Pferde, sie benötigen einen Reiter, der sie unterstützt - und nicht seine eigene Nervosität überträgt.
Anfänger vor allem, die Zeichen, welche beim Reiten in der Gruppe benutzt werden, zu kennen und nachvollziehen zu können.
Am häufigsten gebraucht werden ein mehrmaliges Hochstoßen der Hand des Gruppenführers für die nächst höhere Gangart, ein (mehrmaliges) Senken des seitlich ausgestreckten Armes für die nächst niedrigere Gangart. Das Halten wird durch das Heben des ausgestreckten Armes gezeigt.
Bei größeren Gruppen können auch Kommandos wie “Halt”, “Schritt”, “Galopp” gerufen oder von Reiter zu Reiter weitergegeben werden.
Wichtig ist bei Ausritten mit einer Gruppe auch der erfahrene Schlussreiter, welcher darauf achtet, dass keiner zurück bleibt und es keine größeren Probleme gibt.
Eine Schwierigkeit bei Ausritten ist für viele - auch geländeerfahrene - Reiter der Straßenverkehr.
Natürlich ist es viel schöner, einfach die passenden Reitwege direkt vor dem Hof zu haben, aber die Realität sieht leider anders aus! Häufig ist es unvermeidlich, an relativ stark befahrenen Straßen entlang das geeignete Reitgelände zu erreichen.
Generell gilt im Straßenverkehr: Pferde können vor vielen Dingen Angst bekommen, welche ihr Reiter nicht einmal auf Anhieb bemerkt. Der Rundumblick des Pferdes lässt es auch potentielle Gefahrenquellen im Panoramablick erkennen, die jedoch auf Grund der eingeschränkten Sehkraft unscharf sind und nicht fixiert werden können. Dadurch eröffnet sich dem Pferd eine gänzlich andere Sicht auf die Welt als dem Menschen, vor allem da es wegen seiner empfindlichen Ohren auf Geräusche viel deutlicher reagiert. Denn mit ihrer Hilfe kreiert das Pferd eine Art “Hörbild”; es fixiert durch das Drehen der Ohren, was nur undeutlich mit den Augen erkannt wird.
All dies muss der Reiter besonders “draußen” beachten, wo unendlich viele Reize auf das Tier einströmen und oft schnell heraus gefunden werden sollte, woher ein Problem rührt.
Gerade im Straßenverkehr ist es daher wichtig, dass die nötige Sicherheit des Reiters vorhanden ist.
Wenn die Verkehrsregeln und deren Auslegung für den Reiter bekannt sind, kann dies schon eine große Hilfe sein. Denn auch für jeden Reiter gilt die Straßenverkehrordnung und deren Vorschriften.
Zwar wird auch das Prinzip des Schwächeren gegenüber Kraftfahrzeugen geltend gemacht, wenn ein Autofahrer einen Unfall verschuldet, und Reiter bzw. Pferd betroffen sind.
Ist jedoch das Tier der Verursacher, kann es für den Reiter schlimm ins Geld gehen.
Einiges zum Thema Pferde im Straßenverkehr und wie sich die Gesetzeslage mit einem Ausritt vereinbaren lässt, hat auch chamomillae zusammen getragen.
Deshalb ist wichtig, für jedes Pferd eine Haftpflichtversicherung zu haben. Kein Reiter sollte darauf verzichten, denn nie geahnte Unfälle können schnell passieren.
Vor einem Ausritt sollte der Reiter sich also informieren, ob das Pferd ausreichend versichert ist.
Wer sich im Straßenverkehr als Reiter bewegt, für den ist ein grundlegendes Prinzip, dass eine vorhandene Ampel benutzt werden sollte. Allerdings immer mit Rücksicht auf die Fußgänger!
Es muss stets damit gerechnet werden, dass ein Mensch im Straßenverkehr Angst vor Pferden haben kann. Deshalb sollte bei Durchquerung von Städten auch immer nur Schritt geritten werden.
Traben ist allerdings erlaubt, um aus einer schwierigen, vielleicht gefährlichen Situation möglichst schnell heraus zu kommen.
Wer an einer Straße entlang reiten muss, um einen Reitweg zu erreichen, für den gilt: Immer am rechten Straßenrand reiten. Noch sicherer ist der befestigte Seitenstreifen.
Es ist selbstverständlich, dass auf der Straße hintereinander geritten wird.
Auf wenig befahrenen Straßen ist es allerdings auch möglich, dass zwei Reiter nebeneinander reiten. Dadurch können unruhige Pferde von der Fahrbahn etwas abgeschirmt werden: Indem ein gelassener Artgenosse neben ihnen geht.
Große Reiterverbände, die eine Länge von 25 Metern überschreiten, müssen auf Straßen immer getrennt werden, damit die Autofahrer gefahrlos dazwischen einscheren kann.
Eine Straße ohne Ampel zu überqueren ist für eine Reitergruppe kein leichtes
Unterfangen, wird jedoch erleichtert, wenn geeignete Techniken bekannt sind.
Wer allein oder nur im kleinen Verband unterwegs ist, der sollte eine große Lücke im Verkehr abwarten und dann mit einem vorangehenden deutlichen Handzeichen, dass er auf die andere Seite möchte, zügig - aber am besten im Schritt - die Straße überqueren.
Bei Reitergruppen wird das Ganze komplizierter:
Die beste Lösung ist, die Reiter anhalten und sich parallel zum Verkehr aufstellen zu lassen. Auf Kommando des Gruppenführers wenden alle - bei einer größeren Verkehrslücke - gleichzeitig nach links ab und überqueren die Straße. Auf der anderen Seite wird mit einer halben Wendung wieder die Abteilung gebildet.
Auf diese Weise geht das Überqueren der Straße ohne Chaos ab, welches schlimme Unfälle verursachen kann.
Mehr zum Thema Straßenverkehr gibt es hier: http://www.tipps-zum-pferd.de/ausreiten-auf-der-stra%DFe-reiten_tipp_60.html
Auch die Dunkelheit kann zum Problem für Pferd und Reiter werden. Wer Ausritte plant, sollte deshalb auch die passende Sicherheitsausrüstung besorgen. Das Wetter kann schnell umschlagen, und nach Regen sieht die Welt oft ganz anders aus, geschweige denn, wenn bei längeren Ritten die Dämmerung und letztlich Dunkelheit hereinbrechen.
Vorgesorgt wird mit einer Stiefelleuchte, die nach vorne weißes Licht, nach hinten rotes Licht abstrahlt. Es ist das selbe Prinzip wie beim verkehrssicheren Fahrrad. Fluoreszierende Gamaschen oder Decken, Leuchtstreifen an der eigenen Kleidung können ebenfalls helfen, besser gesehen zu werden und sich dadurch nicht in Gefahr zu begeben.
Für das Reiten im Gelände gilt immer:
Wo Reitwege ausgeschildert sind, müssen diese auch ausnahmslos benutzt werden. Das bekannte blaue Schild mit Reiter lässt keine Benutzung etwaiger angrenzender Fußgänger- oder Fahrradwege zu.
Bei Reitverbotsschildern und auf ausgeschilderten Fußgängerwegen gilt ausnahmslos, dass der Reiter absteigen und sein Pferd führen muss, möchte er diese benutzen.
Natürlich ist es eine Selbstverständlichkeit für Reiter, achtsam mit der Natur umgehen umzugehen, keinen Abfall liegen zu lassen und auch die Pferdeäpfel, wenn sie auf dem Fußweg gefallen sein sollten, zu beseitigen. Sorgsamer Umgang mit der Landschaft und Personen, die dem Reiter begegnen, muss einfach selbstverständlich sein, um eine friedliche gemeinsame Nutzung der Natur zu ermöglichen.
Ein immerwährendes Problem ist auch das Reiten im Wald. Wer bei Stadt und Forstbehörde nachfragt, ob es erlaubt ist, der ist auf der sicheren Seite.
Wenn der Reiter auf den Wegen bleibt, kein Wild aufscheucht oder in Schonungen Schaden anrichtet, ist meist nichts gegen einen Ritt auf Forstwegen einzuwenden. In vielen Wäldern sind dazu extra Reitwege ausgeschildert, so dass der Reiter ohne Probleme die vielleicht schönste Umgebung für einen Ausritt genießen kann.
Mehr zum Reiten im Wald: http://www.tipps-zum-pferd.de/ausreiten-so-verstehen-sich-reiter-und-j%e4ger_tipp_61.html
Auch bei Ritten über Felder oder private Grundstücke und Wege ist selbstverständlich die Erlaubnis des Eigentümers einzuholen.
Schlussendlich gilt, dass ein Ausritt auch nur mit der passenden Ausrüstung wirklich Spaß macht - und sicher ist. Der Reithelm gehört natürlich immer dazu, aber auch eine Sicherheitsweste kann hilfreich sein, um Verletzungen zu vermeiden. Dazu kommen eine passende, nicht drückende Reithose und am besten Reitstiefel, da der Reiter sich mit anderen Schuhen zu leicht in den Bügeln verfangen kann, sowie Reithandschuhe, um Verletzungen an den Händen vorzubeugen.
Ob das Pferd in einem bestimmten Stil oder mit bestimmter Ausrüstung im Gelände geritten wird, ist relativ egal. Western oder Englisch spielen hier keine Rolle, das Pferd wird die freie Natur und das Laufen immer Genießen.
Damit dies auch der Reiter kann, sollte er als besondere Sicherheit und Beweis, dass er im Gelände zurecht kommt, über die Deutsche Reiterliche Vereinigung den Reitpass (Deutscher Reiterpass, DRP) belegen.
Besitzt der Reiter den Basispass Pferdekunde, kann er auch die Prüfung zum Reiterpass ablegen.
Zahlreiche Reitschulen bieten Kurse (geleitet von einem Trainer C - Reiten) an, die am Ende auch die Prüfung beinhalten. Alle FN-anerkannten Betriebe, die vom Landesverband genehmigt wurden, können die Prüfung zum Reiterpass abnehmen.
Diese Prüfung besteht aus einem praktischen Teil, der die Vorbereitung des Pferdes zum Ausritt, das Versorgen des Tieres bei Rast oder Unfall, sowie einer Reitprüfung besteht, welche aus Reiten in allen Gangarten, Kolonnenreiten, Wegreiten von der Gruppe, Straßenüberquerung und vielem mehr besteht.
Der theoretische Teil umfasst Grundkenntnisse der Reitlehre und Pferdehaltung, das Verhalten in Straßenverkehr und Umwelt, Unfallverhütung und Erste Hilfe, sowie die Kenntnisse der wichtigsten Rechtsvorschriften.
Beide Prüfungen - sowohl die praktische als auch theoretische - müssen bestanden werden, um den Reiterpass zu erhalten. Mit diesem kann sich allerdings auch jeder gut vorbereitet fühlen für längere Ausritte und das damit verbundene Genießen. So gerüstet kann ohne Bedenken der erste Ausritt gewagt werden.
Abshleßend noch ein Tipp zur Ausrüstung fürs Gelände: http://www.tipps-zum-pferd.de/hufauskratzer-sollte-mit-ins-gel%e4nde_tipp_150.html