Reitr

Pferd und Reiter unterwegs

Archiv: Oktober 2008

Die Zäumung beim Westernreiten

Als Pferdefreund hat man natürlich schon gemerkt, dass beim Westernreiten mit anderen Zäumungen geritten werden als im englischen Reitstil. Für jede Art des Reitsports gibt es schließlich eigenen Reitbedarf.
Welche Zäumungen es beim Westernreiten genau gibt, darüber mehr in diesem Beitrag:

Westernpferde tragen meist sehr wenig Leder am Kopf. Während klassisch englische Zäumungen oft Nasenriemen, Kinnriemen und so weiter haben, sehen Westernzäumungen sehr einfach aus.

Junge Pferde werden bei ihrer Ausbildung zum Westernpferd häufig mit einem so genannten “Bosal” geritten, einer gebisslosen Zäumung, die ähnlich einem Hackamore Druck auf den Nasenrücken ausübt. Das geflochtene Nasenband aus Rohleder führt unter dem Kinn des Pferdes zusammen und wird an dem “Mecate” genannten Zügel befestigt. Die Mecate ist traditionell aus Schweifhaar gefertigt. Einiges zum Thema “Pro und Kontra gebisslose Zäumung” fand ich hier: Gebissloses Reiten

Der bekannteste Westernzügel ist jedoch die Westernkandare. Manch ein Pferdefreund, der solch ein Teil zum ersten Mal sieht, staunt über die prächtigen Verzierungen an den langen Anzügen. Bei Profireitern sind diese aus Silber und häufig in Mexiko gefertigt, da dort die Kunst der Ziselierung und Verzierung besonders gut beherrscht wird.

Die Westernkandare gehört allerdings nur in die Hand von erfahrenen Reitern oder darf nur unter Anleitung eines guten Westernreitlehrers benutzt werden. Darum geht´s auch in diesem Blog:Pferdefestival

Es braucht Können dazu, den Zügel mit der Kandare richtig zu handhaben. Denn bis es so aussieht, wie bei den Profis, bei denen nur eine lockere Verbindung zum Pferdemaul besteht und das Pferd dennoch perfekt reagiert, muss viel geübt werden. Und das am besten mit einer normalen Trense!Wer mit der Kandare umgehen kann, der fügt dem Pferd auch keine Schmerzen zu, auch wenn das Gebiss natürlich sehr scharf ist.
Eine weitere Zäumung ist der “Einohrzaum”, Der mit dem Mundstück verschnallte Lederriemen führt um ein Ohr des Pferdes herum und wird so an der richtigen Stelle gehalten.

Bei den Westernzügeln gibt es zwei verschiedene Arten. Eine davon sind die “California Reins”.
Diese Art verbreitete sich über die spanischen Konquistadoren nach Kalifornien und kommt dem klassisch europäischen Zügel am nächsten. California Reins sind geschlossene Zügel. Wo beim englischen Zügel die Zügel mit einer Schnalle verbunden werden, befindet sich bei den California Reins das so genannte “Romal”, eine geflochtene Verlängerung.

Die geteilten, unter Reitern bekannteren Zügel heißen “Texas Reins”. Sie bestehen aus zwei getrennten Riemen. Diese werden wie die California Reins in einer Hand gehalten. Der Unterschied ist allerdings, dass sie unten aus der Hand heraus laufen, im Gegensatz zum California Rein, der von unten in die Hand geführt wird und oben aus ihr heraus kommt.

Immer sollte ein Westernreiter aber möglichst wenig Zügelhilfen geben. Die Haupthilfen sind (wie es auch beim englischen Reiten sein sollte) Schenkel, Sitz und Gewichtshilfen. Gelenkt wird das Pferd im Westernstil meist nicht etwa durch Ziehen am Zügel sondern durch das so genannte “Neck Reining”, in dem also der Zügel an die eine oder andere Seite des Halses gedrückt wird.

 

Auch hier gibt es noch was zum Thema Westernreiten und der speziellen Zäumung.

Westernreiten - der Einstieg und die ersten Schritte in eine neue Reitweise

Wer zum ersten Mal auf einem Westernpferd sitzt, wird selbstverständlich ein ganz anderes Gefühl haben als auf einem klassisch englisch gerittenen Pferd. Ein gutes Blog zum Thema gibt’s auch hier: Westernreiten

Wer westernmäßig Reiten möchte, muss sich umstellen. Westernpferde sind oft viel kleiner als die europäischen Großpferde-Rassen. Ein Quarter Horse misst nur um 1,50 - 1,55 Meter. Auch  der Sitz des Reiters ist ein komplett anderer. Die Steigbügel am Westernsattel sind sehr lang, so dass das Bein darin viel gerader liegt als im englischen Sattel.

Das Aufsteigen funktioniert beim Westernreiten ebenso wie im englischen Stil, beim Absteigen behält der Reiter allerdings das linke Bein im Steigbügel. Der Fuß wird beim Westernreiten viel tiefer in den Steigbügel hinein gestellt, als beim englischen Reiten. Grund ist, dass die Cowboys oft lange Zeit im Sattel saßen und es sich darin möglichst bequem machten.

Geritten wird im Westernstil immer mit einer Hand. Entweder im California Stil  oder im Texas Stil. Bei ersterem führen die Zügel oben aus dem Handballen heraus, bei letzterem unten. Hier gibt es mehr: Die Zügel beim Westernreiten

Wer zum ersten Mal im Westernstil reitet, wird langsam anfangen - im Schritt. Auch sollte dies immer (wie natürlich bei der englischen Reiterei auch) unter Anleitung eines Profis geschehen. Unterschiede gibt es zwischen den Westerngangarten und den englischen Gangarten in zwei Punkten. Die Westerngangarten sind grundsätzlich langsamer als die Englischen. Die Pferde wurden vor allem auf Ausdauer hin gezüchtet, einen Jagdgalopp brauchten sie allenfalls kurz beim Rindertreiben. Und in den Westerngangarten bewegt sich ein Pferd viel näher am Boden als im englischen Stil.

Hochausgreifende Gänge gibt es hier nicht, auch das wäre bei den langen Trecks, für welche die Pferde gezüchtet wurden, zu anstrengend gewesen. Außerdem sollten die Gänge auch für den Reiter möglichst bequem sein, so dass er lange Zeit im Sattel verbringen konnte.

Im Western-Schritt, dem Trot, sollte ein Pferd frisch, aber nicht übereilt gehen. Man reitet mit Schenkeldruck von beiden Beinen. Wenn das rechte Bein des Pferdes zurück kommt mit Schenkeldruck rechts, beim linken Bein gibt der Reiter Schenkeldruck links. Die Zügel sollten locker in der Hand liegen und den Kopfbewegungen nachgeben.Der Schritt muss wie ein Schreiten aussehen, bei dem sich das Pferd entspannt.
Der Western-Trab wird auch “Jog” genannt, er ist langsamer als der klassische Trab, um das Pferd auch über lange Strecken nicht zu überanstrengen. Er sollte aber immer schwungvoll sein, die Beine auf keinen Fall nachgezogen werden.

Ein Unterschied zum englischen Stil ist, dass es kein Leichttraben gibt. Der Reiter bleibt stets im Sattel sitzen und fängt die Stoßbewegung auf. Dies ist etwas ungewohnt, aber der Reiter muss einfach lernen, sich tief in den Sattel zu setzen und die Bewegungen mitzugehen, um nicht umher geworfen zu werden. Die Zügelhand muss  ruhig sein. Zum Antraben wird stärkerer Schenkeldruck als beim Schritt ausgeübt, danach wird aber nur noch Druck gegeben, wenn das Pferd langsamer wird. Der Western-Galopp heißt auch “Lope” und ist eine Dreitakt-Bewegung wie der englische Arbeitsgalopp, allerdings langsamer und letztendlich angenehmer.

Die Hilfen beim Westerngalopp sind dieselben wie in der klassischen Reitlehre. Schenkeldruck lässt das Pferd in die höhere Gangart übergehen. Aufnehmen der Zügel bedeutet ihm, langsamer zu werden. Allerdings sollte natürlich nie gezerrt werden.

Der Kontakt zu Pferdemaul soll immer nur leicht sein. Der Reiter sollte sich im Western-Galopp entspannen und die Bewegungen des Pferdes mitgehen. Dabei sitzt er aufrechter als im englischen Stil im Sattel. Ich habe auch ein paar tolle Bilder zum Western-Galopp gefunden.

Mit diesen Grundlagen kann Western-Reiten schon richtig Spaß machen, sie sind auch der Schlüssel zu den speziellen Disziplinen, die es in diesem Sport gibt.

Weitere Infos zum Westernreiten gibt’s hier:

Die “Hund und Pferd” lädt nach Dortmund

Am kommenden Freitag beginnt wieder die Messe „Hund und Pferd“ in den Westfalenhallen in Dortmund. An drei Tagen, vom 17. bis zum 19. Oktober, treffen sich Pferdefreunde und Hundeliebhaber, um eine Mischung aus Information, Unterhaltung und Zuchtschauen zu erleben. Nicht nur Pferdebesitzer, sondern auch Anhänger des Pferdsports können auf ca. 45.000 qm ein buntes Programm erleben, das für Jung und Alt etwas bietet.

Klassische, barocke oder amerikanische Vorführungen sowie der Mounted Games-Cup und die Mannschaftssportart Horseball werden präsentiert. Ganz bestimmt trifft man in diesen drei Tagen auch immer wieder auf Reiterprominenz, die man sonst nur aus dem Fernsehen oder aus Pferdebüchern kennt.

Circa 280 Aussteller bieten ihre Produkte für Pferd und Hund an. Neben Reitkleidung, Pferdepflegezubehör, Trensen und Sätteln steht alles rund um den Reitsport zu günstigen Messepreisen zum Verkauf. Auch Hundebesitzer finden alles Erdenkliche für ihre vierbeinigen Freunde.

Neben dem täglichen Messeprogramm, welches von 9 Uhr morgens bis zum späten Nachmittag zum Zuschauen und Teilnehmen einlädt, lockt ein umfangreiches Rahmenprogramm, zum Beispiel auf einer Aktionsfläche.

Am Freitag- und Samstagabend erwartet die Besucher eine besondere Attraktion. Diese Abende stehen im Zeichen des Zirkus. Ab 20 Uhr startet die Abend-Gala „Circus, Circus - die ungewöhnlichste Pferdeshow des Jahres“. Diese entführt den Besucher in eine schillernde Welt der Pferde, Freiheitsdressuren und atemberaubender Action. Mit dem Kombi-Ticket zum Preis von 39 Euro für Messe und Abend-Gala spart man satte 9 Euro. Das ist – vor allem für Familien – eine gute und kostengünstige Alternative zu den bekannten und etablierten Pferdeshows wie Apassionata oder Cavalia.

Das Messeprogramm inklusive Zeitplan gibt es auf der Hund und Pferd-Seite. Wer sich dort die PDF-Datei herunterlädt, verpasst sicher nichts.

Reitr läuft unter Wordpress 2.6
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates