Die Zäumung beim Westernreiten
Als Pferdefreund hat man natürlich schon gemerkt, dass beim Westernreiten mit anderen Zäumungen geritten werden als im englischen Reitstil. Für jede Art des Reitsports gibt es schließlich eigenen Reitbedarf.
Welche Zäumungen es beim Westernreiten genau gibt, darüber mehr in diesem Beitrag:
Westernpferde tragen meist sehr wenig Leder am Kopf. Während klassisch englische Zäumungen oft Nasenriemen, Kinnriemen und so weiter haben, sehen Westernzäumungen sehr einfach aus.
Junge Pferde werden bei ihrer Ausbildung zum Westernpferd häufig mit einem so genannten “Bosal” geritten, einer gebisslosen Zäumung, die ähnlich einem Hackamore Druck auf den Nasenrücken ausübt. Das geflochtene Nasenband aus Rohleder führt unter dem Kinn des Pferdes zusammen und wird an dem “Mecate” genannten Zügel befestigt. Die Mecate ist traditionell aus Schweifhaar gefertigt. Einiges zum Thema “Pro und Kontra gebisslose Zäumung” fand ich hier: Gebissloses Reiten
Der bekannteste Westernzügel ist jedoch die Westernkandare. Manch ein Pferdefreund, der solch ein Teil zum ersten Mal sieht, staunt über die prächtigen Verzierungen an den langen Anzügen. Bei Profireitern sind diese aus Silber und häufig in Mexiko gefertigt, da dort die Kunst der Ziselierung und Verzierung besonders gut beherrscht wird.
Die Westernkandare gehört allerdings nur in die Hand von erfahrenen Reitern oder darf nur unter Anleitung eines guten Westernreitlehrers benutzt werden. Darum geht´s auch in diesem Blog:Pferdefestival
Es braucht Können dazu, den Zügel mit der Kandare richtig zu handhaben. Denn bis es so aussieht, wie bei den Profis, bei denen nur eine lockere Verbindung zum Pferdemaul besteht und das Pferd dennoch perfekt reagiert, muss viel geübt werden. Und das am besten mit einer normalen Trense!Wer mit der Kandare umgehen kann, der fügt dem Pferd auch keine Schmerzen zu, auch wenn das Gebiss natürlich sehr scharf ist.
Eine weitere Zäumung ist der “Einohrzaum”, Der mit dem Mundstück verschnallte Lederriemen führt um ein Ohr des Pferdes herum und wird so an der richtigen Stelle gehalten.
Bei den Westernzügeln gibt es zwei verschiedene Arten. Eine davon sind die “California Reins”.
Diese Art verbreitete sich über die spanischen Konquistadoren nach Kalifornien und kommt dem klassisch europäischen Zügel am nächsten. California Reins sind geschlossene Zügel. Wo beim englischen Zügel die Zügel mit einer Schnalle verbunden werden, befindet sich bei den California Reins das so genannte “Romal”, eine geflochtene Verlängerung.
Die geteilten, unter Reitern bekannteren Zügel heißen “Texas Reins”. Sie bestehen aus zwei getrennten Riemen. Diese werden wie die California Reins in einer Hand gehalten. Der Unterschied ist allerdings, dass sie unten aus der Hand heraus laufen, im Gegensatz zum California Rein, der von unten in die Hand geführt wird und oben aus ihr heraus kommt.
Immer sollte ein Westernreiter aber möglichst wenig Zügelhilfen geben. Die Haupthilfen sind (wie es auch beim englischen Reiten sein sollte) Schenkel, Sitz und Gewichtshilfen. Gelenkt wird das Pferd im Westernstil meist nicht etwa durch Ziehen am Zügel sondern durch das so genannte “Neck Reining”, in dem also der Zügel an die eine oder andere Seite des Halses gedrückt wird.
Auch hier gibt es noch was zum Thema Westernreiten und der speziellen Zäumung.
